Wie finde ich schwule Freunde? - 7 Wege, die wirklich funktionieren

Nicht jeder queere Kontakt muss ein Date sein. Manchmal willst du einfach Jungs kennenlernen, die dich verstehen. So findest du sie - online und offline.

justboys-Redaktion

4 Min Lesezeit

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Du willst Leute kennenlernen, die dich verstehen. Die wissen, wie es ist, sich zu outen, blöde Sprüche zu kassieren oder einfach nur einen Jungen süß zu finden. Freunde, bei denen du ganz du selbst sein kannst - ohne Filter, ohne Erklärungen, ohne das Gefühl, anders zu sein. Hier sind 7 Wege, wie du sie findest.

1. Queere Jugendgruppen

Der direkteste Weg. In fast jeder größeren Stadt in Österreich gibt es Jugendgruppen für LGBTQ+ Jugendliche. HOSI Wien, HOSI Salzburg, HOSI Linz - sie alle bieten regelmäßige Treffs an, bei denen du in einem geschützten Rahmen andere queere Jungs kennenlernen kannst.

Klingt vielleicht erstmal awkward, hinzugehen - alle dort haben genauso angefangen. Die ersten fünf Minuten sind komisch, danach wird es meistens gut. Und das Beste: Alle dort wissen, wie du dich fühlst. Du musst nichts erklären, nichts rechtfertigen. Du bist einfach du, und das reicht.

2. Online-Communities

Plattformen wie justboys sind genau dafür gemacht: queere Jungs zusammenzubringen. Nicht zum Daten (obwohl das natürlich auch passieren kann), sondern um echte Freundschaften aufzubauen. Der Vorteil: Du kannst von überall teilnehmen, auch wenn in deiner Gegend sonst nichts los ist.

Der Schlüssel zu echten Online-Freundschaften: Sei authentisch. Stell Fragen, erzähl von dir, reagiere auf Posts von anderen. Die besten Freundschaften entstehen nicht durch einen Like, sondern durch echte Gespräche. Und wenn ihr euch online gut versteht, könnt ihr euch irgendwann im echten Leben treffen - bei einem Café, einem queeren Event oder einfach zum Abhängen.

3. Schulische GSAs oder Diversity-AGs

GSA steht für „Gender and Sexuality Alliance" - das sind Schüler*innengruppen, die sich für Vielfalt einsetzen. Nicht jede Schule hat eine, aber immer mehr. Und nicht nur queere Schüler*innen sind dort - auch Allies, also Unterstützer*innen. Das macht es einfacher, hinzugehen, auch wenn du noch nicht geoutet bist.

Wenn es an deiner Schule keine gibt: Gründe eine. Das klingt nach viel, aber meistens brauchst du nur eine*n Lehrer*in als Ansprechperson und zwei bis drei Mitschüler*innen. Der Effekt auf die Schulkultur kann enorm sein - und du lernst dabei automatisch Leute kennen, die ähnlich denken wie du.

4. Pride Events und CSD

Die Regenbogenparade in Wien, der CSD in Graz oder Linz - Pride Events sind nicht nur Demos, sondern auch die beste Gelegenheit, andere queere Jugendliche zu treffen. Viele Organisationen haben Jugendblöcke oder veranstalten After-Events speziell für junge Leute.

Geh hin, auch wenn du alleine hingehst - du kommst garantiert nicht alleine zurück. Die Stimmung bei Pride ist einzigartig: Zum ersten Mal umgeben von tausenden Menschen, die genau so sind wie du. Das kann sich anfühlen wie nach Hause kommen. Und es ist die perfekte Gelegenheit, Leute anzusprechen, Instagram-Handles auszutauschen und den Grundstein für Freundschaften zu legen.

5. Sport- und Hobbygruppen

Es gibt queere Sportvereine, Chöre, Gaming-Gruppen, Buchclubs und mehr. Der Vorteil: Du triffst Leute, mit denen du ein Hobby teilst, und die Queerness ist das Verbindende im Hintergrund. Das macht den Einstieg leichter als bei Gruppen, wo Queersein das einzige Thema ist.

In Wien gibt es zum Beispiel queere Fußballteams und Laufgruppen. In anderen Städten findest du queere Gaming-Communities oder Kreativgruppen. Und wenn es in deiner Stadt nichts gibt: Gründe etwas! Eine WhatsApp-Gruppe für queere Gamer aus deiner Region kann der Anfang von etwas Großem sein.

6. Ehrenamtliches Engagement

Bei LGBTQ+-Organisationen mithelfen - zum Beispiel beim Aufbau der Pride, bei Beratungsstellen oder bei Community-Events. Dabei lernst du automatisch andere engagierte queere Menschen kennen, und ihr habt sofort ein gemeinsames Projekt, über das ihr reden könnt.

Ehrenamt hat noch einen Bonus: Es gibt dir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Du hilfst nicht nur dir selbst, sondern machst die Welt ein kleines bisschen besser für die nächste Generation queerer Jugendlicher. Und du baust dir ein Netzwerk auf, das weit über einfache Freundschaften hinausgeht.

7. Einfach offen sein

Manchmal sitzen queere Freunde direkt neben dir - in deiner Klasse, im Verein, im Freundeskreis - und ihr wisst es nur nicht voneinander. Wenn du offen mit deiner Queerness umgehst (soweit es sich sicher anfühlt), ziehst du automatisch Leute an, die ähnlich ticken. Sichtbarkeit erzeugt Sichtbarkeit.

Das heißt nicht, dass du ein Regenbogen-T-Shirt tragen musst. Manchmal reicht es, bei einem homophoben Witz nicht mitzulachen. Oder beiläufig zu erwähnen, dass du die neue queere Serie cool findest. Diese kleinen Signale zeigen anderen queeren Jungs: Hier ist jemand, bei dem ich sicher bin.

Was gute queere Freundschaften ausmacht

Eine gute queere Freundschaft ist mehr als jemand, mit dem du über Jungs reden kannst. Es ist jemand, der dich versteht auf einer Ebene, die hetero Freunde nicht immer erreichen. Jemand, der die spezifischen Ängste, Freuden und Absurditäten des queeren Lebens kennt. Jemand, der dich auffängt, wenn es hart wird, und mit dir feiert, wenn es gut läuft.

Aber denk daran: Queere Freundschaften müssen nicht 100% der Zeit über Queerness gehen. Die besten Freundschaften sind die, bei denen du alles teilen kannst - deine Sexualität, aber auch deine Liebe für schlechte Filme, dein Stress in der Schule, deine Zukunftsträume. Queerness verbindet euch, aber es definiert euch nicht.

Der erste Schritt ist der schwerste

Egal welchen der 7 Wege du wählst - der erste Schritt kostet Überwindung. Eine Nachricht schreiben, zu einem Treffen gehen, jemanden ansprechen. Aber dieser Schritt lohnt sich. Denn auf der anderen Seite warten Leute, die genau das Gleiche suchen wie du: Echte Verbindung, Verständnis und das Gefühl, dazuzugehören. Du findest sie - bei justboys und überall dort, wo queere Jungs zusammenkommen.

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