Diskreter Modus und PIN-Lock: was das ist, was es taugt

Wenn du den Account am Familien-PC nutzt und nicht möchtest, dass auf den ersten Blick erkennbar ist, was hier läuft. Plus optionaler PIN für den Messenger.

aktualisiert am 49 Aufrufe

Wenn du justboys von einem Gerät nutzt, das auch andere Leute benutzen (Familien-PC, Tablet vom Bruder, Schul-Laptop), sind dir die Standard-Einstellungen vielleicht zu offen. Push-Nachrichten zeigen den Absender und den Anfang der Nachricht, der Browser-Tab heißt „Messenger · justboys", in der Chat-Liste siehst du Profilbilder. Wer auf dein Display schaut, sieht das alles.

Dafür haben wir zwei Schalter eingebaut, die wir dir hier kurz erklären. Beide sind optional. Wenn dein Handy nur dir gehört und sonst niemand drauf zugreift, brauchst du wahrscheinlich nichts davon.

Eins vorweg: das macht aus justboys keinen „Geheim-Messenger", in den niemand mehr reinsehen kann. Dein Account liegt weiterhin bei uns auf einem normalen Server. Unsere Mods können in Nachrichten reinschauen, wenn jemand gemeldet wird oder es um Sicherheit geht (Details dazu stehen in der Hausordnung). Bei den Schaltern hier geht es nur darum, was am Bildschirm zu sehen ist.

Beides findest du in den Settings unter „Was andere sehen" → „Diskretion & PIN-Lock".

Was der Diskrete Modus macht

Das ist ein einzelner Schalter, der vier Sachen auf einmal verändert. Du kannst aber jeden Teil auch einzeln umschalten, falls dir nur ein Teil davon nützt.

Dein Browser-Tab heißt nicht mehr „Messenger · justboys", sondern was immer du als Decoy einträgst. Default ist „Mein Lernportal". Aber das ist nur ein Vorschlag. Setz da rein, was unauffällig in deinen Alltag passt. KIT-Webmail, Studienverwaltung, irgendeine Lernsoftware. Hauptsache nicht „justboys".

Das Favicon, also das mini Icon links vom Tab-Titel, wird zum grauen Dokumenten-Symbol. Sieht aus wie eine PDF-Vorschau.

Im Messenger selbst werden die Profilbilder in der Chat-Liste durch farbige Initialen ersetzt, und die Vorschau der letzten Nachricht ist weg. Wer dir kurz über die Schulter schaut, sieht keine Gesichter und liest keine Bruchstücke aus euren Chats.

Push-Notifications werden generisch. Statt „Max: Hey wie war dein Tag?" steht dann nur „Neue Nachricht" da. Auch im iPhone-Lockscreen, auch im Android-Notification-Center.

Schnell verstecken

Oben rechts im Messenger ist seit dem letzten Update ein durchgestrichenes Augen-Symbol. Tipp drauf, und der Browser springt sofort auf eine harmlose Seite. Default ist ein zufälliger Wikipedia-Artikel. Du kannst die Ziel-URL in den Settings ändern, falls dir was Besseres einfällt.

Der Browser-Zurück-Knopf führt von dort übrigens nicht direkt zurück zu uns. Wer auf dein Display starrt, sieht ab dem Moment nur noch Wikipedia.

Den Knopf gibt es immer, auch ohne aktiven Diskreten Modus. Eben für den Moment, wo plötzlich die Mutter im Türrahmen steht und du keine drei Sekunden Bedenkzeit hast.

Der optionale PIN

Wenn du willst, kannst du den Messenger zusätzlich mit einer 4- bis 6-stelligen PIN versperren. Richtest du in der gleichen Settings-Page ein.

Was du wissen solltest:

Der PIN wird ausschließlich auf diesem Gerät gespeichert. Der Server sieht ihn nie. Heißt umgekehrt: wenn du auch am Handy einen willst, setzt du ihn dort separat. Wenn du dich auf einem fremden Gerät einloggst, gibt es dort keinen PIN.

Es gibt keine „PIN vergessen, schick uns eine Mail"-Funktion. Wenn du den PIN vergisst, klickst du im Lock-Screen auf den Reset-Link, und der PIN ist weg. Deine Chats sind dann immer noch alle da, weil der PIN nur eine UI-Sperre ist und keine Verschlüsselung. Die Entscheidung gegen Mail-Recovery war bewusst. Wer Zugriff auf dein Mail-Konto hat, hätte sonst auch Zugriff auf deinen PIN-Reset.

Du wählst selbst, nach wie vielen Minuten ohne Aktivität wieder gesperrt wird (1, 5, 15 oder 60 Minuten, oder gar nicht). Und ob auch sofort gesperrt werden soll, sobald du in einen anderen Tab wechselst. Beides empfehlen wir.

Bei dreimal falsch gibt's 30 Sekunden Pause, bei fünfmal zwei Minuten, bei siebenmal zehn. Soll dich nicht selbst aussperren, sondern wildes Durchprobieren bremsen.

Realitätscheck

Damit wir keinen falschen Eindruck erzeugen, was diese Funktionen leisten und was nicht.

Falls auf dem Gerät, an dem du sitzt, eine Monitoring-Software läuft (Kindersicherung wie Qustodio oder Family Link, schlimmstenfalls eine Spyware), dann sieht die deine Eingaben trotzdem. Direkt am Keyboard-Hook, bevor irgendwas im Browser passiert. Dagegen hilft kein Diskreter Modus und kein PIN. Dagegen hilft nur ein Gerät, an dem du selbst Admin bist.

Falls dich jemand körperlich zur PIN-Eingabe zwingt, kommt der rein. Für solche Momente ist der Schnell-verstecken-Knopf gedacht: lieber wegspringen, bevor überhaupt jemand fragen kann.

Im Browser-Verlauf bleibt trotzdem der Eintrag „justboys.at", auch wenn der Tab längst zu ist. Wer im Verlauf wühlt, sieht das. Der Inkognito-/Privatmodus löst das, hat aber den Nebeneffekt, dass du dich bei jedem Besuch neu einloggen musst.

Und der wichtigste Caveat: der PIN gilt nur auf diesem einen Gerät. Wer dein justboys-Kontopasswort kennt, kann sich woanders einloggen und sieht dort alles ohne PIN. Ein gutes Konto-Passwort und 2FA sind und bleiben der eigentlich wichtige Schutz für deinen Account.

Lohnt sich das für dich

Wenn das eigene Handy dir gehört und sonst niemand drauf zugreift: lass alles aus. Funktioniert ohne, ist weniger Klickreibung.

Wenn du am Familien-PC eingeloggt bist, am Schul-Laptop, oder in einer Wohnsituation in der dein Outing-Status nicht zufällig passieren soll: mindestens den Diskreten Modus an. PIN dazu, falls das Gerät auch mal jemand anderes in die Hand nimmt.

Fragen oder Ideen wie wir das besser machen, schreib uns übers Support-Ticket.

Diskreter Modus und PIN-Lock: was das ist, was es taugt | justboys