Ein schwuler Weihnachtsfilm, der tatsächlich Spaß macht und nicht in Tränen endet? Shared Rooms aus dem Jahr 2016 ist genau das - eine queere Holiday-Romcom, die bewusst gegen den Strich bürstet und drei Liebesgeschichten mit Happy End erzählt, statt dir die übliche Dosis Coming-out-Drama zu verpassen.
Zwischen Weihnachten und Silvester: Drei queere Paare
Der Film von Regisseur Rob Williams spielt in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester und verwebt drei Handlungsstränge miteinander. Da ist zum einen das verheiratete Paar Laslo (Christopher Grant Pearson) und Cal (Alec Manley Wilson), die eigentlich null Bock auf Kinder haben und sich über schwule Väter lustig machen - bis plötzlich der 18-jährige Zeke (Ryan Weldon) vor der Tür steht. Er behauptet, Laslos Neffe zu sein, und wurde von seinen Eltern rausgeschmissen, nachdem sie herausgefunden haben, dass er schwul ist.
Parallel dazu gibt es Dylan (Robert Werner), der viel auf Geschäftsreisen unterwegs ist, und eines Tages herausfindet, dass sein Mitbewohner Julian (Daniel Lipshutz) während seiner Abwesenheit heimlich sein Zimmer als Airbnb vermietet. Die Konsequenz? Die beiden müssen sich für eine Woche ein Bett teilen - blöd nur, dass zwischen ihnen schon länger unausgesprochene Spannung herrscht.
Die dritte Geschichte dreht sich um Gray (Alexander Neil Miller), der gerade Single ist und eigentlich nur einen heißen One-Night-Stand für die Feiertage sucht. Doch als er sich mit Sid (Justin Xavier) trifft, entwickelt sich daraus mehr als nur Sex - auch wenn beide das anfangs gar nicht wollen.
Alle drei Handlungsstränge laufen am Ende bei einer "Steve Not Eve"-Silvesterparty zusammen, bei der sich nicht nur die Protagonisten begegnen, sondern auch noch eine völlig unerwartete, dramatische Wendung passiert, die alle Geschichten auf überraschende Weise miteinander verknüpft.
Unvollkommen, aber ehrlich - warum Shared Rooms trifft
Ganz ehrlich: Shared Rooms ist kein Meisterwerk. Die Inszenierung ist stellenweise hektisch, die Schnitte zwischen den Handlungssträngen manchmal abrupt, und manche Charaktere bleiben arg klischeehaft. Aber genau das ist auch der Punkt - dieser Film will kein tiefgründiges Sozialdrama sein. Er ist queeres Comfort Food, eine leichte Komödie, die dir zeigt, dass schwule Geschichten auch einfach nur schön, lustig und sexy sein dürfen.
Was den Film auch 2026 noch sehenswert macht: Er zeigt schwule Männer, die nicht permanent leiden müssen. Kein Aids-Drama, kein Selbsthass, keine Tragödie - nur normale Menschen, die Liebe, Familie und Zugehörigkeit suchen. In einer Zeit, in der queere Filme oft entweder hyperernst oder überproduziert daherkommen, hat Shared Rooms eine erfrischende Leichtigkeit. Ja, es gibt ernste Themen (der rausgeworfene Teenager, eine Kindesentführung in der Vergangenheit), aber der Film lässt dich am Ende mit einem warmen Gefühl zurück.
Ein Hinweis: Der Film zeigt relativ viel Haut - es gibt mehrere Sexszenen und die Charaktere laufen gerne mal nur in Unterwäsche durch die Wohnung. Das ist nie explizit pornografisch, aber durchaus sinnlich inszeniert. Wer damit ein Problem hat, ist hier falsch.
Prime Video, DVD, digitaler Kauf - so schaust du
- Amazon Prime Video (im Abo enthalten) - der Film ist aktuell als Teil des Prime-Katalogs streambar.
- DVD über Amazon.de - mehrere Editionen verfügbar, teilweise mit deutschem Untertitel (OmU).
- Digitaler Kauf über Apple TV und andere VoD-Plattformen möglich (Stand April 2026).
Mehr queere Weihnachtsfilm-Gefühle finden
Wenn du auf leichte queere Feel-good-Filme stehst, probier diese:
- Make the Yuletide Gay (2009) - ebenfalls von Rob Williams, ein früherer queerer Weihnachtsfilm mit ähnlichem Ton.
- The Thing About Harry (2020) - romantische Komödie über zwei Typen, die sich nach Jahren wiedersehen und merken, dass da mehr ist.
- Fire Island (2022) - moderne queere Rom-Com mit viel Humor, Herz und einer Prise Jane Austen.
