Was passiert, wenn ein schwuler Auftragskiller sich in sein eigenes Ziel verliebt? Diese simple, aber packende Frage steht im Zentrum von Triple Crossed, einem Film, der queere Thriller-Spannung mit einer unerwarteten Liebesgeschichte verbindet - und dabei mehr Spaß macht, als du vielleicht erwarten würdest.
Chris Jensen kehrt zurück - in ein Liebeschaos
Der Film aus dem Jahr 2013 folgt Chris Jensen (Jack Brockett), einem muskulösen, attraktiven Ex-Soldaten, der nach seinem Einsatz in Afghanistan zurück nach Kalifornien kommt. Doch die Rückkehr ins zivile Leben läuft alles andere als glatt: Chris schläft im Auto, findet keine Arbeit und wird von Albträumen aus dem Kriegseinsatz geplagt. Als ihm ein lukrativer Job angeboten wird, greift er zu - auch wenn dieser Job bedeutet, dass er seine im Militär erlernten Fähigkeiten einsetzen muss. Sein Ziel: Andrew Warner (Sean Paul Lockhart, bekannter unter seinem Künstlernamen Brent Corrigan).
Andrew ist ein sympathischer, attraktiver junger Mann, der um den Verlust seines langjährigen Partners Tyler trauert. Er versucht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, während die Schwester seines verstorbenen Freundes im Hintergrund einen perfiden Plan verfolgt. Sie hat Chris angeheuert, um Andrew zu ermorden - aus Gründen, die erst später deutlich werden. Doch während Chris sich Andrew nähert, um den Auftrag auszuführen, entwickelt sich zwischen den beiden eine echte Verbindung. Leidenschaftliche Bettszenen mischen sich mit gefährlichen Lügen, und bald stellt sich die Frage: Wer betrügt hier eigentlich wen?
Der Film spielt geschickt mit dem Titel: Es geht um Manipulation, Verrat und die Frage, wer am Ende das Spiel gewinnt. Die Handlung ist voller Wendungen, die dich bis zum Schluss raten lassen, wer hier eigentlich der „Triple Crossed" wird.
Ein rauer Ex-Soldat, holprige Dialoge, großes Herz
Seien wir ehrlich: Triple Crossed ist kein Meisterwerk. Die schauspielerischen Leistungen sind stellenweise holprig, das Budget war offensichtlich knapp, und manche Dialogzeilen klingen unfreiwillig komisch. Aber genau das ist auch sein Charme. Der Film nimmt sich selbst nicht zu ernst und bietet stattdessen queere Unterhaltung, die Spaß macht - mit zwei attraktiven Hauptdarstellern, expliziten Szenen und einer Handlung, die tatsächlich spannend bleibt.
Was Triple Crossed von vielen anderen schwulen Filmen unterscheidet: Die Geschichte dreht sich nicht ums Coming-out oder um die Schwierigkeit, schwul zu sein. Die sexuelle Orientierung der Figuren wird einfach als selbstverständlich behandelt - es ist ein Thriller, der zufällig schwule Protagonisten hat. Das war 2013 noch relativ selten, und auch heute ist dieser entspannte Umgang mit queeren Figuren im Genre-Kino nicht die Regel.
Zudem ist der Film das Regiedebüt von Sean Paul Lockhart (alias Brent Corrigan), der vorher vor allem als Pornostar bekannt war und mit diesem Projekt versuchte, ins Mainstream-Kino zu wechseln. Die Mischung aus Low-Budget-Ästhetik, Camp-Elementen und ernsthafter Genre-Spannung macht Triple Crossed zu einem interessanten Zeitdokument queerer Independent-Produktion der frühen 2010er Jahre.
Triggerwarnung: Der Film enthält explizite sexuelle Szenen, Gewalt, psychische Manipulation und thematisiert PTSD eines Kriegsveteranen.
Kostenlos auf Plex streamen - Stand April 2026
Die Verfügbarkeit von Triple Crossed in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Stand April 2026 leider begrenzt. Der Film ist derzeit kostenlos auf Plex verfügbar (werbefinanziert). Ob er auch über andere Streaming-Dienste wie Amazon Prime Video in DACH abrufbar ist, konnte nicht abschließend verifiziert werden - die Quellen beziehen sich meist auf den US-Markt.
Alternativ gibt es die Möglichkeit, den Film als DVD zu kaufen, falls du auf physische Medien stehst. Eine digitale Kauf- oder Leihoption über Plattformen wie Apple TV oder Amazon ist möglicherweise ebenfalls verfügbar, sollte aber vor dem Kauf überprüft werden.
Queere Thriller im Low-Budget-Charm
Wenn du auf queere Thriller mit Independent-Charme stehst, schau dir diese Filme an:
- Judas Kiss (2011) - ebenfalls mit Sean Paul Lockhart, eine Zeitreise-Romanze mit Mystery-Elementen
- King Cobra (2016) - dramatisiert die wahre Geschichte des Mordes an Lockharts früherem Produzenten und bietet einen düsteren Blick hinter die Kulissen der Pornindustrie
- Those People (2015) - ein queeres Drama über Freundschaft, Loyalität und Verrat in New York
