"Ich erkenne sofort, ob jemand schwul ist, mein Gaydar funktioniert perfekt!" Diesen Satz hast du bestimmt schon öfter gehört oder vielleicht sogar selbst schon einmal gesagt. Dieser vermeintliche siebte Sinn soll uns angeblich dabei helfen, die sexuelle Orientierung anderer Männer sofort auf den ersten Blick zu scannen. Ein amerikanisches Forschungsteam hat dieses Phänomen nun genauer untersucht und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Den Gaydar gibt es in der Realität gar nicht.
Ein Mix aus Klischees und Vorurteilen
Der Hauptautor der Studie, William Cox von der University of Madison Wisconsin, hat seine spannenden Ergebnisse im Journal of Sex Research veröffentlicht. Er erklärt darin, dass sich hinter dem Begriff Gaydar absolut keine magische Intuition versteckt, sondern schlichtweg fest verinnerlichte Stereotypen. Wenn wir diese Vorurteile einfach schick als Gaydar bezeichnen, wirken sie plötzlich viel gesellschaftsfähiger und werden von der Allgemeinheit eher akzeptiert.
Für die Studie wurden die Teilnehmer in drei verschiedene Gruppen eingeteilt. Der ersten Gruppe wurde gesagt, dass der Gaydar absolut real sei. Der zweiten Gruppe wurde erklärt, dass er ein völliger Mythos ist. Bei der dritten Gruppe wurde der Begriff überhaupt nicht weiter thematisiert oder definiert. Danach wurden allen Teilnehmern verschiedene Fotos von Männern samt ihren Hobbys und Interessen gezeigt.
Das Ergebnis war total eindeutig. Die Personen, die an die Existenz des Gaydars glaubten, verließen sich bei ihrer Einschätzung extrem oft auf klassische Klischees. Sie stuften Männer mit Interessen wie Shopping oder Männer, die als sensibel beschrieben wurden, sofort als schwul ein. Wer an den Gaydar glaubt, gibt sich selbst also im Grunde nur die psychologische Erlaubnis, in alten Schubladen zu denken.
Warum die Mathematik gegen den Gaydar spricht
Ein weiterer Grund, warum sich dieser Mythos so hartnäckig in unseren Köpfen hält, ist die simple Statistik. William Cox verdeutlicht das an einem sehr anschaulichen Beispiel. Stell dir vor, alle schwulen Männer würden immerzu pinke Hemden tragen, aber nur zehn Prozent der heterosexuellen Männer tun das auch. Da es insgesamt viel mehr Heteros als Homosexuelle gibt, würden in absoluten Zahlen am Ende immer noch doppelt so viele Hetero Typen ein pinkes Hemd tragen. Wer also denkt, dass die Farbe Pink ein klares Signal für schwul ist, läge selbst in diesem extremen Szenario in zwei von drei Fällen komplett falsch.
Also: Du kannst anhand von neutralen Bildern oder einzelnen Hobbys unmöglich erkennen, ob ein Typ auf Jungs steht oder nicht.
Passend zu diesem Thema geht auch der YouTuber saiboTeur genau dieser spannenden Frage nach: "Woher erkennt man, ob jemand schwul ist?". Schaut euch das Video dazu unbedingt direkt hier an:




