Looksmaxxing und Mewing: Warum der Hype um das perfekte Aussehen extrem toxisch ist

Auf TikTok wimmelt es von Tutorials, wie man sein Aussehen bis zum absoluten Maximum optimieren kann. Wir erklären dir, was hinter Begriffen wie Looksmaxxing oder Mewing steckt und warum dieser krasse Optimierungswahn gerade für uns queere Jungs extrem gefährlich werden kann.

Redaktion

2 Min Lesezeit

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© justboys.net KI

Wenn du in letzter Zeit auf TikTok oder Instagram unterwegs warst, bist du garantiert schon über Videos gestolpert, in denen Jungs Tipps für ein markanteres Gesicht oder den ultimativen Traumkörper geben. Dieser riesige Trend nennt sich Looksmaxxing. Das Ziel dahinter ist es, das eigene optische Potenzial komplett auszureizen. Was im ersten Moment vielleicht nach harmlosen Pflegetipps klingt, entwickelt sich für viele Jugendliche aber rasend schnell zu einem toxischen Zwang.

Mewing und der Traum von der perfekten Jawline

Eine der bekanntesten Methoden aus dieser Bubble ist das sogenannte Mewing. Dabei pressen Jungs ihre Zunge permanent an den Gaumen, um eine extrem markante Kieferpartie, die sogenannte Jawline, zu bekommen. Andere gehen noch weiter und trainieren jeden Tag stundenlang im Fitnessstudio, hungern für den perfekten Waschbrettbauch oder nutzen absurde Tools, um ihre Gesichtszüge zu verändern. Wer nicht dem absoluten Schönheitsideal entspricht, wird in den Kommentaren dieser Community oft hart abgewertet.

Warum der Druck auf queere Jungs so hoch ist

Gerade in der queeren Community ist der Körperkult leider schon immer ein riesiges Thema gewesen. Auf Dating Plattformen wird man oft in Sekundenbruchteilen nur nach seinem Aussehen bewertet. Man sieht überall extrem durchtrainierte Typen und hat schnell das Gefühl, man müsste genauso aussehen, um überhaupt attraktiv oder begehrenswert zu sein. Looksmaxxing gießt da genau Öl ins Feuer. Es vermittelt uns die gefährliche Botschaft, dass wir niemals gut genug sind und immer noch härter an unserem Aussehen arbeiten müssen.

Wenn der Spiegel zum Feind wird

Dieser ständige Vergleich mit völlig unrealistischen Idealen macht auf Dauer extrem krank. Wer seinen ganzen Selbstwert nur noch davon abhängig macht, wie symmetrisch sein Gesicht ist oder wie dick sein Bizeps ist, verliert komplett die Freude am Leben. Aus einer kleinen Unsicherheit entwickelt sich dann oft eine echte psychische Belastung. Man traut sich im Sommer nicht mehr ins Freibad, starrt stundenlang kritisch in den Spiegel oder entwickelt sogar gefährliche Essstörungen.

Du bist mehr als nur dein Aussehen

Es ist völlig normal, dass du gut aussehen möchtest und dich in der Pubertät auch mal unsicher fühlst. Es ist aber extrem wichtig zu verstehen, dass diese TikTok Trends absolut nicht die Realität widerspiegeln. Vieles dort ist mit Filtern bearbeitet, perfekt ausgeleuchtet oder einfach genetisch bedingt.

Die wirkliche Attraktivität eines Menschen hängt von so viel mehr ab als nur von einer perfekten Kieferpartie. Dein Humor, deine Empathie, deine Hobbys und deine Ausstrahlung machen dich erst zu dem Jungen, der du bist. Lass dir von irgendwelchen Internet Trends also niemals einreden, dass du nicht ausreichst. Wische solche Videos am besten direkt weiter, wenn du merkst, dass sie dir ein schlechtes Gefühl geben.

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