Selbstbefriedigung - Was du wissen solltest (und nicht fragen musst)

Onanieren ist normal, gesund und wichtig für deinen Körper. Trotzdem reden die wenigsten darüber. Hier bekommst du die Fakten - ohne Mythen, ohne Scham.

justboys-Redaktion

4 Min Lesezeit

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Du liegst abends im Bett, denkst an den Typen aus der Bahn oder an das Video, das du letzte Woche gesehen hast, und überlegst, ob du dir einen runterholst. Gleichzeitig fragst du dich vielleicht: Ist das normal? Mache ich das zu oft? Was, wenn ich irgendwas falsch mache?

Spoiler: Du machst nichts falsch. Selbstbefriedigung ist eine der natürlichsten Sachen der Welt. Trotzdem sprechen die wenigsten offen darüber - was dazu führt, dass viele Jungs sich unsicher fühlen oder sich Gedanken machen, die sie gar nicht haben müssten.

Warum Selbstbefriedigung gesund ist

Masturbation ist nicht nur "okay" - sie ist tatsächlich gut für dich. Verschiedene Studien zeigen, dass Selbstbefriedigung positive Effekte auf Schlaf sowie Immunsystem hat und Stress abbaut. Wenn du deinen sexuellen Höhepunkt erreichst, setzt dein Gehirn viele verschiedene Hormone frei - darunter das „Glückshormon" Dopamin und das „Kuschelhormon" Oxytocin. Das sorgt dafür, dass du dich entspannter fühlst, besser einschlafen kannst und allgemein ausgeglichener bist.

Und nein, die alten Mythen stimmen nicht: Selbstbefriedigung macht nicht blind, lässt dir keine Haare ausfallen und führt auch nicht zu Impotenz. Das sind Geschichten aus einer Zeit, in der Sexualität als „Sünde" galt. Selbstbefriedigung kann Stress reduzieren, Wohlbefinden steigern und die sexuelle Selbstwahrnehmung stärken - in jedem Alter und ohne Druck.

Wie oft ist eigentlich normal?

Kurze Antwort: So oft, wie es sich für dich richtig anfühlt. Die Häufigkeit der Masturbation dürfen grundsätzlich alle Menschen für sich selbst bestimmen - ob einmal pro Woche, mehrmals am Tag oder nur einmal im Monat, es spricht nichts dagegen. Manche Jungs haben mehrmals täglich Lust darauf, andere nur ab und zu. Beides ist völlig in Ordnung.

Es gilt in der Sexualmedizin als normal, dass Männer auch mehrmals täglich masturbieren. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern wie es dir dabei geht: Solange du dich gut fühlst, dein Alltag nicht darunter leidet und du keine körperlichen Beschwerden hast, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Deinen eigenen Körper kennenlernen

Ein wichtiger Punkt, über den nicht oft gesprochen wird: Selbstbefriedigung hilft dir, deinen Körper und deine sexuellen Vorlieben besser kennenzulernen. Du findest heraus, was sich gut anfühlt, wie dein Körper auf Berührung reagiert und was dich erregt. Das ist nicht nur für dich selbst wertvoll, sondern auch für späteren Sex mit anderen - weil du dann weißt, was du magst und das auch kommunizieren kannst.

Beim Masturbieren kannst du experimentieren: Probier verschiedene Arten der Berührung aus, finde heraus, welche Geschwindigkeit oder welcher Druck angenehm ist. Mit zunehmender Erregung wird dein Penis steif, du spürst, wie sich die Empfindungen intensivieren, bis es zu einem Orgasmus kommt. Wie intensiv sich das anfühlt, variiert - manchmal ist es überwältigend, manchmal eher sanft. In den meisten Fällen kommt es dabei zum Samenerguss, aber auch das ist kein Muss.

Es gibt keine „richtige" Methode

Falls du dir unsicher bist, wie du es „richtig" machst: Es gibt keinen einzig richtigen Weg. Die meisten Männer stimulieren ihren Penis mit der Hand - du umfasst ihn und bewegst die Hand rhythmisch auf und ab. Manche konzentrieren sich auf die Eichel, andere auf den ganzen Penis. Manche mögen es schnell und fest, andere langsam und sanft.

Du kannst auch deinen ganzen Körper einbeziehen - Brustwarzen, Innenseiten der Oberschenkel, den Damm oder andere erogene Zonen. Wichtig ist: Hör auf deinen Körper und probiere aus, was sich gut anfühlt. Deine Fantasie spielt dabei eine große Rolle - du darfst dir vorstellen, was immer dich anmacht. Niemand muss davon wissen, und du musst dich dafür nicht rechtfertigen.

Wann wird es problematisch?

Auch wenn Selbstbefriedigung gesund ist, gibt es Situationen, in denen du vielleicht etwas ändern solltest. Selbstbefriedigung ist kein Leistungssport - versuche stattdessen herauszufinden, wann und wie es dir angenehm ist. Wenn du das Gefühl hast, dass du ständig daran denken musst, wenn du deswegen Verabredungen absagst oder dein Alltag darunter leidet, kann das ein Zeichen dafür sein, dass du professionelle Unterstützung brauchst.

Wenn du sehr häufig onanierst, können deine Geschlechtsorgane mitunter leichte Hautreizungen davontragen - in der Regel klingen solche Beschwerden nach wenigen Tagen ohne Folgen ab, wenn du die Masturbation bis zur Heilung pausierst. Bei anhaltenden Problemen solltest du mit einem Urologen sprechen.

Selbstbefriedigung und Beziehung

Ein letzter Punkt, der vielen wichtig ist: Auch wenn du in einer Beziehung bist oder regelmäßig Sex hast, ist Masturbation völlig normal. Auch Männer in festen Partnerschaften „dürfen" masturbieren, solange darunter der Sex mit der Partnerin nicht leidet. Selbstbefriedigung ist kein Ersatz für Sex mit anderen - sie ist eine eigenständige Form der Sexualität, die du für dich genießen kannst.

Falls du merkst, dass du lieber masturbierst als mit deinem Partner zu schlafen, oder dass du dich nur noch auf sehr spezifische Reize (z. B. bestimmte Pornos) konzentrieren kannst, kann es Sinn machen, das zu reflektieren und gegebenenfalls mit einem Sexualtherapeuten zu sprechen.

Fazit: Genieß es ohne schlechtes Gewissen

Selbstbefriedigung ist normal, gesund und ein wichtiger Teil deiner Sexualität. Du musst dich nicht schämen, dich nicht rechtfertigen und auch keine Regeln befolgen, die dir jemand vorgibt. Hör auf deinen Körper, probiere aus, was sich gut anfühlt, und genieß die Zeit mit dir selbst - sie gehört dir.

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