Selbstbefriedigung ist gesund - Was die Forschung wirklich sagt

Früher hieß es, Masturbation mache blind. Heute wissen wir: Sie baut Stress ab, stärkt das Immunsystem und könnte sogar vor Prostatakrebs schützen. Ein ehrlicher Blick auf die Fakten - ohne Scham, mit Studien.

justboys-Redaktion

3 Min Lesezeit

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„Davon wirst du blind" oder „Das macht süchtig" - solche Sprüche über Selbstbefriedigung kennst du vielleicht noch aus der Jugend. Heute sieht die Forschung das komplett anders: Masturbation ist nicht nur völlig normal, sondern hat messbare positive Effekte auf Körper und Psyche. Trotzdem wird kaum offen darüber gesprochen. Zeit, das zu ändern.

Warum Selbstbefriedigung dem Körper gut tut

Wenn du zum Orgasmus kommst, schüttet dein Gehirn eine Menge Glückshormone aus - vor allem Dopamin und Oxytocin. Beim Höhepunkt werden Dopamin und Oxytocin freigesetzt, Hormone die Stress abbauen und glücklich machen, gleichzeitig wird das Stresshormon Cortisol reduziert. Das ist kein esoterisches Gerede, sondern messbar: Studien zeigen, dass Masturbation die Produktion von Antikörpern fördert, die deinen Körper besser gegen Krankheitserreger schützen.

Konkret heißt das: Nach einem stressigen Tag kann Selbstbefriedigung dir helfen, runterzukommen. Dopamin und vom Körper selbst erzeugte Opioide wirken wie körpereigene Schmerzmittel, Kopfschmerzen können gelindert werden. Außerdem verbessert der erhöhte Hormonspiegel nach dem Orgasmus die Schlafqualität - du schläfst buchstäblich besser ein.

Prostatakrebs-Risiko: Was wir wirklich wissen

Eine der bekanntesten Studien zu Selbstbefriedigung kommt aus Australien (veröffentlicht 2003) und wurde später durch eine große Harvard-Langzeitstudie mit über 30.000 Teilnehmern ergänzt. Männer mit mehr als 20 Samenergüssen pro Monat hatten eine um rund ein Fünftel niedrigere Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, als jene mit nur siebenmal pro Monat. Diejenigen Männer die im Studienverlauf häufiger ejakulierten hatten ein geringeres Risiko für Prostatakrebs, das geringste Risiko wiesen Männer auf die 21 oder mehr Samenergüsse pro Monat erlebten.

Klingt eindeutig? Ist es leider nicht ganz. Studien liefern Hinweise darauf dass Männer mit Prostatakrebs seltener Samenergüsse hatten, dass häufige Samenergüsse vor Krebs schützen ist damit allerdings nicht gesagt, ob die vielen Samenergüsse der Grund für niedrigere Krebs-Raten sind können die Studien nicht beantworten, es wäre genauso denkbar dass sowohl das Krebsrisiko als auch die Lust auf Selbstbefriedigung von etwas ganz anderem abhängt von Sexualhormonen zum Beispiel. Mit anderen Worten: Wir sehen einen statistischen Zusammenhang, aber keine bewiesene Ursache-Wirkung.

Trotzdem: Regelmäßige Ejakulation soll das Risiko für Prostatakrebs senken - das ist Stand der aktuellen Forschung. Und selbst wenn der Mechanismus noch nicht ganz klar ist: Schaden tut es definitiv nicht.

Selbstbefriedigung und psychische Gesundheit

Neben den körperlichen Vorteilen hat Masturbation einen oft unterschätzten Effekt auf deine Psyche. Die Selbstbefriedigung kann das Selbstwertgefühl und die körperliche Zufriedenheit deutlich steigern, insbesondere wenn man dabei zum Orgasmus kommt. Du lernst deinen Körper besser kennen, findest heraus, was dir gefällt - und das hilft dir auch im Sex mit anderen.

Masturbierende Menschen sind mit dem Sexualleben in ihrer Paarbeziehung zufriedener, sie haben mehr Orgasmen und ein höheres sexuelles Verlangen. Das Vorurteil, Selbstbefriedigung würde den Sex mit Partner*innen ersetzen, stimmt also nicht - im Gegenteil.

Gibt es ein „zu viel"?

Kurz gesagt: nein, solange es dir gut geht. Es gibt keine feste Zahl die für alle passt, eine Befragung zeigt dass fast 60 Prozent der Erwachsenen zwischen ein bis zehnmal im Monat masturbieren während 26 Prozent es 11 bis über 30 mal tun. Die Häufigkeit ist individuell - manche kommen täglich zum Orgasmus, andere einmal die Woche oder seltener. Alles völlig okay.

Problematisch wird es erst, wenn Masturbation die Beziehung beeinträchtigt, weil man plötzlich lieber masturbiert statt sich mit dem Partner zu beschäftigen, oder wenn alltägliche Tätigkeiten wie Job Schule Termine abgesagt werden weil man die Zeit lieber mit Masturbieren verbringen will. Dann kann zwanghaftes Verhalten dahinterstecken - in dem Fall macht es Sinn, mit einem Arzt oder einer Beratungsstelle zu sprechen.

Fazit: Mach's dir ohne schlechtes Gewissen

Selbstbefriedigung ist gesund, sicher und gehört zu einer normalen sexuellen Entwicklung dazu. Sie baut Stress ab, stärkt dein Immunsystem, hilft beim Einschlafen und kann möglicherweise sogar das Prostatakrebs-Risiko senken. Die Datenlage ist nicht bei allen Punkten hundertprozentig eindeutig, aber eins ist klar: Schaden tut es nicht - solange du dich damit wohlfühlst.

Falls du dich bisher geschämt hast oder das Gefühl hattest, etwas „Falsches" zu tun: Das Gegenteil ist der Fall. Selbstbefriedigung kann Stress reduzieren, Wohlbefinden steigern und die sexuelle Selbstwahrnehmung stärken in jedem Alter und ohne Druck. Also: Gönn dir die Me-Time, lerne deinen Körper kennen - und hab Spaß dabei.

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