Was passiert, wenn du dich zum ersten Mal verliebst, aber die falsche Person wählst? Die belgische Regisseurin Cecilia Verheyden erzählt in ihrem Drama Skiff von Malou, 15, die nicht nur gegen ihre Mitschülerinnen im Ruderclub kämpft, sondern auch gegen ihre eigenen Gefühle. Denn die Person, die ihr Herz zum Rasen bringt, ist ausgerechnet die Freundin ihres älteren Bruders Max.
Eine Geschichte von stillem Begehren und familiärem Chaos
Malou lebt mit ihrer Mutter Annick und ihren beiden Brüdern in einer belgischen Kleinstadt. Ihre Mutter ist emotional oft abwesend, versucht sich wieder aufs Dating zu konzentrieren. Im Ruderverein ist Malou eine der Besten, wird aber von ihren Teamkolleginnen gemobbt und bleibt eine Außenseiterin. Der einzige Halt in ihrem Leben ist ihr älterer Bruder Max. Doch als Max seine neue Freundin Nouria mit nach Hause bringt, verändert sich alles: Malou verliebt sich in Nouria. Was folgt, ist ein Strudel aus Verwirrung, Sehnsucht und der schmerzhaften Frage, wer sie wirklich ist, selbst wenn das bedeutet, ihren Bruder zu verletzen.
Was der Film für queere Zuschauer leistet
Verheydens Film wagt sich an ein Coming-of-Age-Szenario, das selten so ehrlich erzählt wird: Die erste queere Liebe in einem Umfeld, das keine sicheren Räume bietet. Malou ist keine selbstbewusste Protagonistin mit einem unterstützenden Freundeskreis. Sie ist isoliert, unsicher und steht vor der unmöglichen Wahl zwischen ihrer eigenen Identität und der Loyalität zu ihrem Bruder. Das macht Skiff zu einem schmerzhaft realistischen Portrait jugendlicher Queerness, fernab von Happy-End-Garantien.
Wichtig ist: Der Film romantisiert nicht. Er zeigt, wie kompliziert und chaotisch erste Gefühle sein können, besonders wenn sie gesellschaftlich oder familiär nicht vorgesehen sind. Ob die Darstellung dabei auch die emotionale Tiefe erreicht, die sie verspricht, bleibt abzuwarten. Die TMDb-Bewertung von 8,2 basiert bisher nur auf zwei Stimmen, also noch keine verlässliche Community-Einschätzung.
Femke Vanhove trägt den Film
Femke Vanhove spielt Malou und muss als Newcomerin das gesamte emotionale Gewicht des Films schultern. Ihre Figur schweigt viel, rudert, beobachtet. Ob Vanhove diese stille Intensität glaubwürdig rüberbringt, wird entscheidend sein. An ihrer Seite: Lina Miftah als Nouria, die Freundin des Bruders, und Mil Sinaeve als Alex, Malous jüngerer Bruder. Wout Vleugels gibt Max, den großen Bruder, dessen Vertrauen auf dem Spiel steht. Natali Broods spielt die Mutter Annick, eine Nebenrolle, die den emotionalen Mangel im Familienleben spiegelt.
Wo du ihn 2026 sehen kannst
Der offizielle Release ist für den 4. Februar 2026 angekündigt. Derzeit gibt es keine Bestätigung für einen regulären Kinostart oder Streaming-Anbieter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Es ist gut möglich, dass Skiff zunächst auf Festivals läuft oder nur in Belgien regulär startet. Halte die Augen offen nach Festival-Screenings (etwa bei der Berlinale Panorama oder queeren Filmfestivals wie dem QueerFilmFestival Hamburg), falls du den Film früh sehen willst. Sobald es Neuigkeiten zu VoD oder Streaming gibt, lohnt sich ein Blick auf die üblichen Verdächtigen wie MUBI oder ARD Mediathek, die europäische Independent-Dramen gerne aufgreifen.
Lohnt sich das Warten?
Auf dem Papier hat Skiff alles, was ein ehrliches queeres Coming-of-Age-Drama braucht: eine komplexe Protagonistin, ein moralisches Dilemma ohne einfache Antworten und ein Setting, das queere Teenager selten bekommen (Sportumfeld, belgische Kleinstadt, familiäre Enge). Gleichzeitig ist Vorsicht geboten: Belgische Indie-Dramas können entweder brillant oder zäh sein, und bei einem Debütfilm einer noch relativ unbekannten Regisseurin ist die Bandbreite groß.
Wenn du Filme wie Giant Little Ones, Pariah oder die leiseren Momente aus The Miseducation of Cameron Post mochtest, könnte Skiff genau dein Ding sein. Wenn du eher auf Wohlfühl-queere Romanzen stehst, wird dieser Film wahrscheinlich zu düster und zu unaufgelöst enden. Für alle, die ehrliche, unbequeme queere Geschichten schätzen, ist er einen Versuch wert, sobald er verfügbar ist.




