Boys (Jongens) - Erste Liebe im Laufschritt

Der niederländische Coming-of-Age-Film über Sieger, der sich in seinen Teamkollegen Marc verliebt, verzichtet auf Drama-Exzesse und erzählt stattdessen von der Leichtigkeit des ersten Mal-Verliebtseins - ehrlich, zärtlich und ohne erhobenen Zeigefinger.

justboys-Redaktion

3 Min Lesezeit

Boys (Jongens) - Erste Liebe im Laufschritt - Coverbild

© Salzgeber & Co. Medien / Filmverleih — Pressefoto

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Es gibt Coming-of-Age-Filme, die einem das Herz zerreißen. Und es gibt die, die es sanft aufmachen. Boys (im Original: Jongens) aus dem Jahr 2014 gehört zur zweiten Sorte - ein niederländischer Film, der so leise daherkommt, dass du fast vergisst, wie mutig er eigentlich ist.

Sieger, Stef und die erste Liebe beim Joggen

Der 15-jährige Sieger lebt mit seinem verwitweten Vater und seinem älteren Bruder Eddy in einem kleinen niederländischen Dorf. Zusammen mit seinem besten Freund Stef trainiert er in der örtlichen Leichtathletikmannschaft. Die vier schnellsten Läufer - Sieger, Stef, Tom und der neue Teamkollege Marc - werden ausgewählt, um ihr Team bei der nationalen Staffelmeisterschaft zu vertreten. Um zu gewinnen, müssen sie hart trainieren.

Bei einem gemeinsamen Ausflug zum Flussufer passiert es: Nachdem Stef und Tom gegangen sind, bleiben Sieger und Marc allein zurück. Sie kommen sich näher, küssen sich - zweimal. Sieger ist verwirrt, beteuert, er sei nicht schwul. Marc antwortet nur: "Natürlich bist du das nicht" und lässt ihm Zeit.

Was folgt, ist kein Drama um Mobbing oder Ablehnung, sondern eine zarte Geschichte über das Entdecken der eigenen Gefühle. Sieger muss lernen, dass Verliebtheit nicht planbar ist - und dass es okay ist, wenn sie anders aussieht, als alle um ihn herum erwarten.

Trauma-frei glücklich - warum Boys heute noch heraussticht

Zehn Jahre nach seiner niederländischen TV-Premiere bleibt Boys ein Gegenentwurf zu vielen Coming-out-Filmen, die auf Trauma, Ausgrenzung und Eskalation setzen. Regisseurin Mischa Kamp hat etwas geschaffen, das in der queeren Filmgeschichte fast schon radikal wirkt: einen Film, in dem das Schwulsein des Protagonisten am Ende kein Problem ist. Nicht für seine Freunde, nicht für seine Familie, nicht für ihn selbst - nur das Verstehen braucht eben Zeit.

Das macht Boys zu einem der seltenen Feel-Good-Filme für junge schwule Zuschauer, die keine weiteren Traumata abarbeiten wollen, sondern einfach eine Geschichte sehen möchten, in der sich zwei Jungs ineinander verlieben dürfen. Der Film altert kaum, weil er auf Zeitlosigkeit setzt: Sommerlandschaften, Fahrräder, erste Blicke - keine Smartphones, kein Social-Media-Drama.

Triggerwarnungen sind hier kaum nötig. Der Film ist ab 12 freigegeben, zeigt zärtliche Küsse, aber keine expliziten Szenen. Perfekt auch für jüngere Zuschauer, die sich gerade selbst fragen, wen sie eigentlich mögen dürfen.

Streaming-Check: Boys im deutschsprachigen Raum 2026

Aktuell ist Boys im deutschsprachigen Raum leider nicht prominent auf den großen Streaming-Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime Video verfügbar (Stand April 2026). Der Film hatte ursprünglich eine Veröffentlichung bei Netflix, wurde jedoch aus dem Katalog genommen.

  • DVD/Blu-ray: Über spezialisierte Anbieter wie den Salzgeber-Shop oder Amazon Marketplace oft noch erhältlich.
  • Digitaler Kauf/Leihe: Gelegentlich bei Apple TV oder Google Play verfügbar - Verfügbarkeit schwankt.
  • Mediatheken/Festivals: Der Film wird immer wieder bei queeren Filmfestivals wie dem Queer Filmfest München oder OMG-Filmfest gezeigt - Programm checken lohnt sich.

Falls du aktuell keinen legalen Stream findest: Es lohnt sich, die Film-Newsletter von Salzgeber oder queeren Streaming-Diensten wie Sooner oder Dekkoo zu abonnieren - oft tauchen Klassiker wie Boys dort rotierend wieder auf.

Stille Coming-of-Age-Filme mit ähnlicher Ruhe

Wenn du die unaufgeregte Erzählweise von Boys magst, könnten dich auch diese Filme interessieren:

  • Heartstone (2016): Isländisches Coming-of-Age-Drama über zwei Jungs in einem kleinen Dorf, die ein sexuelles Erwachen erleben - rau, ehrlich, bildgewaltig.
  • Love, Simon (2018): US-amerikanische Highschool-Komödie mit warmherzigem Ton, in der ein schwuler Teenager sein Coming-out plant - massentauglicher, aber genauso herzlich.
  • Young Hearts (2024): Belgisches Drama über den 14-jährigen Elias, der sich in den neuen Nachbarn Alexander verliebt - ähnlich wie Boys ohne Katastrophen-Plot, voller Zärtlichkeit.

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