Single, Out (2023) - Coming-out ist erst der Anfang

Die australische Comedy-Drama-Serie erzählt in kurzen, witzigen Episoden vom Leben des jungen Adam, der nach seinem Coming-out und dem ersten Mal plötzlich herausfinden muss, wie Dating, Freundschaft und Familie unter neuen Vorzeichen funktionieren.

Redaktion

3 Min Lesezeit

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Single, Out (2023) - Coming-out ist erst der Anfang - Coverbild

Bild © TMDb / Produktionsfirma

Trailer über YouTube - beim Abspielen werden Daten an Google übertragen.

Eine australische Serie über einen schwulen Teenager, der sich outet und dann feststellt, dass das nur der Anfang vom eigentlichen Drama war? Klingt erstmal nach Standard-Kost, aber „Single, Out" von Lee Galea („Monster Pies") hat einen erfrischend ehrlichen Ton und verzichtet auf das übliche Coming-of-Age-Pathos.

Worum geht's bei Adam und seinem großen Bruder?

Adam ist 18, arbeitet an seinem Kunstprojekt und chattet in seiner Freizeit mit heißen Typen online. Dass er schwul ist, weiß bisher fast niemand. Bis sich einer seiner Chats als Josh entpuppt, der beste Freund von Adams großem Bruder Clay. Nach dem ersten Mal ist plötzlich alles anders: Adam ist jetzt out, aber immer noch Single. Die Serie begleitet ihn durch die nächsten Monate, in denen er lernen muss, dass das Coming-out zwar ein wichtiger Schritt war, aber längst nicht das Ende der Geschichte. Denn jetzt geht's erst richtig los: Dating, Sex, Freundschaften, Familie und die Frage, wer Adam eigentlich sein will, wenn er nicht mehr im Versteck lebt.

Ehrlich, ungeschönt und ohne Kitsch

Was „Single, Out" von vielen anderen queeren Coming-of-Age-Serien unterscheidet, ist der Verzicht auf dramatische Tränenszenen und überinszenierte Konflikte. Die Serie zeigt Adams Weg nicht als heroische Heldenreise, sondern als das, was es meistens ist: ein chaotischer, manchmal peinlicher, manchmal frustrierender Prozess. Die Dialoge sind schnell, oft witzig, manchmal cringe, und genau so fühlt sich das Leben mit 18 eben an. Lee Galea, der selbst queer ist und schon mit seinem Film „Monster Pies" gezeigt hat, dass er schwule Teenager-Geschichten abseits von Klischees erzählen kann, legt hier nach. Die Serie wurde in Australien produziert und hat dort bereits eine treue Fangemeinde gefunden. Die vier Staffeln mit insgesamt 23 Episoden sind dabei bewusst kurz gehalten, die meisten Folgen dauern nur wenige Minuten, was dem Ganzen einen fast webseries-artigen Charakter gibt.

Will Hutchins und ein Cast, der funktioniert

Will Hutchins spielt Adam mit einer Mischung aus Unsicherheit und trotzigem Selbstbewusstsein, die überzeugend wirkt. Er ist kein perfekter Twink mit Instagram-Filter, sondern ein normaler Typ, der versucht, herauszufinden, wie das alles funktioniert. Steven Christou als Clayton, Adams großer Bruder, liefert den ruhigeren Gegenpol und zeigt, dass Familie nicht immer das Problem sein muss. Die Chemie zwischen den beiden trägt viele Szenen. Der Rest des Casts besteht größtenteils aus australischen Newcomern, was der Serie eine authentische, unaufgeregte Energie gibt.

Wo du es sehen kannst

In Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft „Single, Out" im Abo auf dem Queer Cinema Channel bei Amazon (Prime Video Channels). Wer kein Abo abschließen will, kann die Serie in Deutschland auch bei Apple TV oder Amazon Video kaufen, in Österreich und der Schweiz nur bei Amazon Video. Eine Free-TV-Ausstrahlung ist bisher nicht geplant.

Lohnt sich das Einschalten?

„Single, Out" ist keine bahnbrechende Serie, die das Genre neu erfindet, aber sie macht vieles richtig. Sie ist ehrlich, verzichtet auf überflüssiges Drama und zeigt, dass das Coming-out nur ein Kapitel in einer viel längeren Geschichte ist. Die kurzen Episoden machen es leicht, die Serie am Stück zu schauen, und der australische Humor sorgt dafür, dass es nie zu schwer wird. Für alle, die genug von perfekt inszenierten US-Produktionen mit Hochglanz-Ästhetik haben und lieber etwas Bodenständigeres sehen wollen, ist „Single, Out" eine gute Wahl.

Wer allerdings komplexe Plots, aufwendige Produktionswerte oder große emotionale Bögen erwartet, wird hier nicht fündig. Die Serie lebt von ihrem Charme und ihrer Authentizität, nicht von spektakulären Wendungen. Aber genau das macht sie auch sympathisch. Adam ist kein Held, er ist einfach ein Typ, der versucht, sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Und das reicht völlig.

Bilder zum Film

Pressefotos und Filmstills (Bild © TMDb / Produktionsfirma). Genutzt im Sinne kritischer Berichterstattung gemäß §51 UrhG.

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