Passiv sein heißt, dass jemand in dich eindringt. Das kann sich gut anfühlen. Es muss nicht wehtun, und es muss auch nicht passieren. Viele Jungs haben Sex, ohne dass Analsex dazugehört. Wenn du es ausprobieren willst, hängt es an drei Dingen: Gleitgel, Tempo, und dass ein Nein mitten drin genauso gilt wie vorher.
Unvorsichtig wird es riskant. Bei zu wenig Gleitgel oder zu viel Tempo reißt die Schleimhaut leichter ein. Darüber geht es hier. Tricks, mit denen du im Bett etwas beweisen musst, brauchst du nicht.
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Darum geht es
- Wie du dich vorbereitest
- Was du vorher essen kannst
- Allein üben
- Welches Gleitgel passt
- Wenn es wehtut
- Wenn du blutest
- Stellungen, in denen du das Tempo bestimmst
Wie du dich vorbereitest
Du musst dich nicht bereit machen, nur weil es passieren könnte. Nur wenn du es willst. Wenn du vorher schon ahnst, dass es dazu kommen kann, klärst du zwei Dinge, solange ihr noch angezogen seid: wo ihr gesundheitlich steht, und was passiert, wenn einer von euch stopp sagt.
Wenn du deinen HIV-Status kennst, ist eine Sorge weniger im Raum. In den meisten größeren Städten kannst du dich kostenlos testen lassen, oft auch anonym. Es gibt außerdem Selbsttests für zu Hause. Beides sagt dir, wo du stehst. Es ersetzt kein Kondom.
Sprich über das Kondom, bevor die Hose aus ist. Und über PrEP, falls das für dich ein Thema ist. PrEP ist eine Medikation, die eine HIV-Infektion verhindern kann, wenn du sie richtig nimmst. Ob sie zu dir passt, welche Dosierung stimmt und ob ein Rezept nötig ist, klärst du in einer Beratungsstelle oder in einer Praxis. Das gehört nicht in einen Ratgeber und nicht in einen Chat kurz vor dem Sex.
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Sag auch, wo Schluss ist. Ein Satz reicht: Wenn ich stopp sage, hören wir auf. Das gilt, wenn es wehtut, wenn du unsicher wirst, und auch wenn es gerade schön war. Wer das nicht akzeptiert, ist nicht der richtige Mensch dafür.
Worüber ihr sonst redet, darf konkret sein. Stellung, Tempo, ob ein Toy dabei ist. Nur das, was ihr beide wollt. Niemand muss eine Rolle spielen, weil ein Porno so aussieht. Aktiv und passiv, auf Englisch Top und Bottom, sind Beschreibungen für einen Moment, keine Festlegung für immer.
Eine Spülung ist ebenfalls keine Pflicht. Viele haben entspannten Analsex, ohne vorher zu duschen. Wenn du dich mit einer kleinen Spülung wohler fühlst, dann mit wenig lauwarmem Wasser, ohne Seife, und nicht jedes Mal. Zu oft reizt die Schleimhaut, und genau dann entstehen kleine Risse leichter. Eine tiefe Spülung, die den ganzen Darm leeren soll, brauchst du dafür nicht.
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Was du vorher essen kannst
Du musst keine spezielle Diät anfangen. Was vielen hilft, ist schlicht Ballaststoff: Gemüse, Obst, Vollkorn, dazu genug Wasser. Der Stuhl wird fester, und die Chance auf eine Überraschung sinkt. Fettiges, viel Alkohol und sehr süße Snacks können den Darm am selben Tag unruhiger machen. Alkohol hat noch einen zweiten Haken. Du merkst später schlechter, wann du hättest aufhören sollen.
Joghurt vertragen manche gut, andere nicht. Linsen und Kichererbsen auch. Was dich aufbläht, lässt du an diesem Tag weg. Popcorn, Nüsse und Beeren sind für die meisten unkompliziert. Achte ein paar Mal darauf, wie dein Körper reagiert, und iss danach das, womit es dir gut geht.
Eine kleine Sauerei kann trotzdem passieren. Leg ein Handtuch hin. Das ist kein Versagen und kein Grund, dich zu schämen. Je weniger du dich dafür verkrampfst, desto leichter bleibt der Muskel locker.
Allein üben
Üben heißt hier nicht, jemanden zu beeindrucken. Es heißt, dass du allein herausfindest, was sich gut anfühlt, bevor ein anderer Mensch im Spiel ist. Dafür brauchst du Gleitgel und Zeit, in der dich niemand sucht.
Finger oder ein Toy. Nichts aus der Küche, nichts ohne eine breite Basis. Was ganz hineintrutschen kann, verschwindet im Darm, und das wird ein Notfall. Toys mit abgestufter Größe sind sinnvoll, weil du klein anfängst und nicht gleich das nimmst, was im Schrank am größten aussieht.
Im Po sitzen zwei Schließmuskeln. Den äußeren kannst du bewusst anspannen und loslassen, den inneren nicht. Beide müssen locker sein, bevor eindringen angenehm wird. Drück das Toy oder den Finger nur an, warte, atme. Leicht nach außen drücken, so wie auf der Toilette, entspannt den Muskel. Das klingt widersinnig und hilft trotzdem. Wenn du gegen den Widerstand drückst, tut es weh, und du lernst das Falsche.
Silikongleitgel bleibt lange glitschig. Auf ein Silikontoy gehört es nicht, das Material leidet darunter. Gleitgel auf Wasserbasis ist die sichere Wahl, solange du noch probierst, und es verträgt sich mit Kondomen. Öl, Lotion und Vaseline machen Latex porös. Spucke reicht nicht.
Allein kann das auch einfach schön sein. Es muss kein Training für später sein.
Welches Gleitgel passt
Ohne Gleitgel wird Analsex unangenehm, und zwar schnell. Der Anus wird nicht von selbst feucht. Nimm mehr, als du für genug hältst, und leg nach, sobald es zieht.
Drei Sorten, mehr musst du am Anfang nicht unterscheiden:
- Wasserbasis. Verträgt sich mit Kondomen und mit Toys. Trocknet schneller, also nachlegen.
- Silikon. Hält länger. Nicht auf Silikontoys. Mit Latexkondomen ist es in Ordnung.
- Öl, Creme, Vaseline, Spucke. Weglassen. Öl zerstört Latex, Spucke ist zu wenig und trocknet sofort.
Kondome und Gleitgel liegen bereit, bevor ihr anfangt. Im Dunkeln danach suchen ist der Moment, in dem Leute es ohne versuchen. Ein Handtuch daneben, aus demselben Grund wie oben.
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Wenn es wehtut
Ein Dehnen kann sich ungewohnt anfühlen. Stechender Schmerz ist kein Teil davon, den du aushalten sollst. Er ist das Zeichen, langsamer zu werden oder aufzuhören. Manche mögen es intensiver. Das ist ihre Sache, und sie merken den Unterschied. Für schmerzfrei gilt: langsam, viel Gleitgel, und du bestimmst, wie tief es geht.
Sag es in dem Moment, nicht hinterher. „Das tut weh.“ „Bleib kurz so.“ „Raus, wir machen Pause.“ Wer dafür belächelt wird, hört beim nächsten Mal zu spät auf.
Wenn dein Partner schlicht größer ist, als es sich gut anfühlt, hilft kein Durchhalten. Mehr Zeit, Finger, ein kleineres Toy, und eine Stellung, in der du die Tiefe selbst steuerst. Die Reiterstellung ist dafür gemacht. Er liegt auf dem Rücken, du kniest über ihm. Du lässt dich so weit herab, wie es passt, und du kannst jederzeit hoch.
Sprays und Cremes, die den Po betäuben, klingen nach einer Abkürzung. Sie sind keine. Du merkst dann nicht, wenn etwas zu viel ist, und genau dann entstehen die kleinen Risse. Manche dieser Mittel greifen außerdem das Kondom an. Entspannung kommt von Zeit, von Gleitgel und davon, dass du aufhören kannst. Nicht davon, dass die Stelle taub ist.
Wenn du blutest
Ein einzelner kleiner Fleck auf dem Papier kann vorkommen, wenn die Schleimhaut gereizt ist. Dann ist die Runde vorbei. Nicht kurz weitermachen, weil es nur ein bisschen ist.
Viel Blut, starke Schmerzen, Blut, das länger als ein oder zwei Tage bleibt, oder Fieber: ab in eine Praxis oder Klinik. Dort hat man das schon gesehen. Du musst keine Geschichte erfinden. In den Tagen danach lässt du die Stelle in Ruhe, bis sich alles wieder normal anfühlt.
Gerade wenn die Haut gereizt ist, bleibt das Kondom wichtig. Kleine Risse machen Infektionen leichter.
Wenn ein Kondom reißt oder abrutscht, ist das ein Grund, noch am selben Tag mit einer Praxis oder dem ärztlichen Notdienst über eine PEP zu sprechen. PEP kann eine HIV-Infektion nach einem Risiko verhindern, aber nur, wenn sie schnell anfängt.
Stellungen, in denen du das Tempo bestimmst
Es gibt keine beste Stellung. Die beste ist die, in der du aufhören kannst, ohne dich dafür entschuldigen zu müssen. Zum Einstieg taugen ein paar, weil du dabei die Tiefe selbst in der Hand hast oder sie wenigstens bremsen kannst.
Reiterstellung
Er liegt auf dem Rücken, du kniest über ihm und schaust zu ihm. Du bestimmst Tempo und Tiefe. Das ist die Stellung, mit der die meisten anfangen, auch wenn sie in Pornos selten die erste ist. In der umgekehrten Variante drehst du dich zu seinen Füßen. Manche finden das bequemer. Blickkontakt hast du dann keinen.
Auf dem Rücken
Du liegst unten, die Beine angezogen oder auf seinen Schultern, er über dir. Ein Kissen unter dem Becken nimmt Druck aus dem unteren Rücken. Er muss langsam bleiben, du sagst die Tiefe. Ohne das Kissen verrenkst du dich, bevor es angenehm wird.
Auf allen vieren
Du auf Händen und Knien, er hinter dir. Das ist einfach und wird schnell tief. Steuern kannst du weniger, und ihr seht euch nicht. Eher dann, wenn du schon weißt, was sich gut anfühlt, und nicht beim allerersten Mal.
Löffelchen
Ihr liegt beide auf der Seite, er hinter dir. Ruhiger, weniger Gewicht auf dir, und ihr könnt beide bremsen. Blickkontakt ist auch hier kaum drin. Dafür lässt sich das Tempo gut klein halten.
Fang bei der Reiterstellung an, wenn du unsicher bist. Den Rest kannst du ändern, sobald du weißt, was dein Körper mag. Es geht darum, dass es sich für dich gut anfühlt. Nicht darum, etwas auszuhalten.




