Schlaflos im Bett? Warum schwule und bisexuelle Jungs oft schlechter schlafen

Wälzt du dich nachts auch oft stundenlang von links nach rechts und findest einfach keine Ruhe? Eine riesige neue Studie zeigt jetzt, dass queere Menschen deutlich häufiger unter Schlafproblemen leiden als Heteros. Der Grund dafür könnte tief in unserer eigenen DNA liegen.

Redaktion

2 Min Lesezeit

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Schlaflos im Bett? Warum schwule und bisexuelle Jungs oft schlechter schlafen - Coverbild

© thinkstockphotos.com

Kennst du das auch? Du liegst abends im Bett, bist eigentlich total kaputt vom Tag, aber dein Kopf will einfach nicht abschalten. Wenn du dich oft mit Schlafproblemen herumschlägst, bist du in unserer Community absolut nicht allein. Forscher des National Center for Health Statistics haben sich genau dieses Thema genauer angesehen und kamen zu extrem spannenden Ergebnissen.

Eine riesige Studie liefert klare Zahlen

Für die groß angelegte Untersuchung haben die Wissenschaftler über einen Zeitraum von zwei ganzen Jahren die Daten von mehr als 100.000 Personen zu ihrem persönlichen Schlafverhalten gesammelt und ausgewertet. Das Ergebnis zeichnet ein klares Bild: Schwule Männer, lesbische Frauen und bisexuelle Menschen leiden im direkten Vergleich zu heterosexuellen Personen überdurchschnittlich oft unter massiven Schlafproblemen.

Dabei zeigen sich je nach Gruppe ganz unterschiedliche Muster. Während schwule Männer in der Befragung vor allem große Probleme beim eigentlichen Einschlafen angaben, haben lesbische Frauen überwiegend mit dem Durchschlafen zu kämpfen.

Am allerhärtesten trifft es laut den Daten jedoch bisexuelle Frauen. Sie leiden am meisten unter zu wenig und zu schlechtem Schlaf. Ihre durchschnittliche Schlafdauer liegt satte sechs Prozent unter der von heterosexuellen Frauen. Außerdem wachen sie nachts extrem oft auf und fühlen sich am nächsten Morgen dementsprechend wie komplett erschlagen.

Liegt die Schlaflosigkeit in unseren Genen?

Doch woran liegt das eigentlich? Ist es nur der gesellschaftliche Stress, das ständige Gedankenkarussell oder der Druck im Alltag? Die Forscher haben die Ergebnisse dieser Schlafstudie mit anderen wissenschaftlichen Befunden abgeglichen. Konkret ging es dabei um die genetische Veranlagung für Homo- und Bisexualität sowie für Schlaflosigkeit.

In der Wissenschaft gibt es schon seit Jahrzehnten die feste Annahme, dass unsere sexuelle Orientierung genetisch bedingt ist, wobei der Fokus der Forschung hier bisher meistens auf schwulen Männern lag. Während der aktuellen Studie haben die Experten deshalb auch die Genome, also das Erbgut der Probanden, genau gescannt.

Dabei machten sie eine krasse Entdeckung: Sie fanden zwei spezifische Genvarianten, die ganz offensichtlich direkt mit der sexuellen Orientierung zusammenhängen, und zwar sowohl bei homosexuell als auch bei bisexuell orientierten Männern und Frauen. Genau diese speziellen Gensequenzen scheinen interessanterweise auch das menschliche Schlafverhalten aktiv zu beeinträchtigen.

Wenn du also das nächste Mal nachts wieder wach an die Decke starrst, mach dir keinen zu großen Stress. Es liegt vielleicht gar nicht an deinem vollen Kopf oder dem Energydrink am Nachmittag, sondern ist einfach ein kleiner Teil deiner Genetik.

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